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Chronik

Bronzezeitliche Funde belegen, dass bereits vor mehr als 2.800 Jahren an diesem Ort Menschen gelebt haben.

 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schmachtenhagen 1350, als Graf Ulrich zu Lindow mit Bötzow (heute Oranienburg), der Neuen Mühle (heute Sachsenhausen) und den dazugehörenden Dörfern, diese in der damaligen Urkunde benannt als „Marwitz, Eyckstede, Berenclawe, Smachtenhagen, Berenhowez (Bernöwe), Grabestorp (Friedrichsthal), Lentzen (Lehnitz), die Nateheide (Nassenheide)“, sowie weitere Seen, Brüchen und Flüssen belehnt wurde.

 

Die Gründung des Ortes fällt vermutlich in die Zeit der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert, zu der Zeit wurde die Mark Brandenburg von Deutschen besiedelt. Man wählte die Stelle wohl aus, weil sie an der Militärstraße zwischen den Burgen Bötzow und Liebenwalde lag und das Flüsschen Bäke das lebensnotwendige Wasser spendete. Nachdem der Wald gerodet war, siedelten sich südlich der Bäke die meisten Bauern an, nördlich entstanden die Höfe des Locators, des Lehnschulzen, des Dorfkruges und einiger Bauern. Eine kleine Feldsteinkirche stand im Ortskern. Vermutlich bis 1429 gehörte der Ort zur Burgherrschaft Neumühl, danach ist er zur Burgherrschaft Bötzow gekommen.

 

Im Landschoßregister der brandenburgischen Kurfürsten von 1450 ist zu lesen, dass in Schmachtenhagen 38 Hufen seien, von denen 6 der Pfarrer hat. 1595 sind im Erbregister nur noch 32 Hufen genannt, davon gehören 6 der Kirche, 4 dem Lehnschulzen und 22 den 11 Bauern. Aufgezählt werden auch noch 9 Kossäten, 2 Hirten, ein Schmied und 7 „Mietsleuthe“.

 

Ein Lehnbrief aus 1542 benennt erstmals ein Mitglied der Familie Schwanebeck als Lehnschulzen. Über mehrere Generationen sind die Schwanebecks in dieser Funktion im Ort tätig. Erst 1767 stirbt die Familie mit dem Tod des kinderlosen Joachim Schwanebeck aus.

 

Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) zogen Truppen aller Herren Länder auch durch Schmachtenhagen. Wegen der geforderten Geld- und Naturalleistungen, sogenannte Kontributionen, musste ein Teil des Ackerlandes an die Besitzer des Gutes Zehlendorf verpachtet werden. Die Hälfte davon kamen gegen Zinszahlungen 1661 zurück, der Rest erst 1701. Die Pestwelle rollte 1638 über unseren Ort. Der Bötzower Pfarrer beschrieb es seinerzeit so: “Fast das ganze Dorf war ausgestorben und an Menschen ledig geworden“. Nach dem 30-jährigen Krieg kehrte neues Leben in den Ort. Der damalige Herr der Mark Brandenburg, Kurfürst Friedrich Wilhelm, erwarb das Amt Bötzow – und damit auch Schmachtenhagen – 1651 zurück und übereignete es seiner Frau Louise Henriette von Nassau-Oranien. Nach einem Hagelschlag, der die gesamte Ernte des Ortes vernichtete, gewährte sie unseren Bauern 1661 Hilfe. 1680 wurde die Alte Försterei gebaut, die lange Zeit vom Förster und Lehnschulzen in einer Person bewohnt wurde. Sie steht heute noch am Eingang zum Stegeweg. 1703 wurde das erste Schulhaus gebaut, das neben einem Klassenraum auch die Küsterwohnung enthielt. Küster und erster Lehrer war der Tischler Michael Kemp, der dieses Amt 40 Jahre bis zu seinem Tod mit 83 Jahren ausübte.

 

1725 lebten 125 Menschen im Ort. Von 1745 an gehörte unser Ort zum Amt Zehlendorf, seit 1767 zum Amt Friedrichsthal. Die Schmachtenhagener Bauern leisteten in Friedrichsthal im Sommer 3 Tage und im Winter 2 Tage pro Woche ihren Dienst. Mit der Auflösung des Amtes Friedrichsthal 1819 ging der Ort wieder zum Amt Bötzow.

 

Nachdem die erste Schmiede dem 30-jährigen Krieg zum Opfer gefallen war, baute die Gemeinde Schmachtenhagen 1796 eine neue Schmiede vis-a-vis der Darre.

 

Infolge der Niederlage der Preußischen Armee gegen Napoleon zogen erneut Truppen aus aller Herren Länder durch Schmachtenhagen. Von November 1807 bis Juni 1808 entstanden hier Kosten von rund 700 Talern. Laut alter Erzählungen soll ein französischer Reiter in den in der Mitte des Dorfes gelegenen Sumpf (heutiger Anger) geraten und ertrunken sein. Drei Söhne des Dorfes kehrten vom Kriegsdienst nicht mehr heim. Mit dem Ausgang der Befreiungskriege (1813 – 1815) kehrte Frieden auch im Ort ein. Aus Dankbarkeit pflanzten die Ortsbewohner am nördlichen Ende des Angers eine Friedenseiche.

 

Zum Ende des 19. Jahrhunderts regte sich das Vereinsleben. 1894 wurde der Verschönerungsverein gegründet, dessen erste Aktion die Trockenlegung des südlich der Bäke gelegenen, sumpfigen „Elsenbusches“ war. Hierfür wurden von den Bauern gut 6.000 Fuhren Sand von der Düne zwischen Mühlenweg und Friedhof dorthin gefahren.

 

1896 gründete sich der Männerchor „Gute Freunde“ und 1905 sowohl der „Turnverein Jahn 1905“ als auch der „Radfahrerverein Schmachtenhagen 1905“. Letzterer konnte beim Bundestreffen deutscher Radfahrer 1925 in Stettin sogar den 2.Platz im Korsofahren belegen!

 

Schmachtenhagen wuchs. Durch Abholzungen und Parzellierungen entstanden die Kolonien West, Ost und Süd (Sauloch). Die Einwohnerzahl stieg im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts auf rund 1.400 an. Elektrisches Licht zog 1910 im Dorf ein, in der Kolonie West erst 1938.

 

Der erste Weltkrieg 1914 – 1918 forderte auch in Schmachtenhagen seine Opfer. Die Namen der Gefallenen sind auf einer Tafel in der Kirche und auf dem Gedenkstein auf dem ehemaligen Backofenberg zu finden. Auch der zweite Weltkrieg machte vor unserem Dorf nicht Halt. Anfeindungen jüdischer Mitbewohner, Fliegeralarm, die Häftlingskolonnen aus dem nahegelegenen KZ Sachsenhausen auf dem täglichen Weg zum Klinkerwerk, Siegesnachrichten der Nazi-Propaganda vor den Kinovorführungen im Gasthof. Der Krieg forderte neben den 70 gefallenen oder vermissten Soldaten auch 5 zivile Opfer, die im Ort bei Bombenangriffen gestorben waren.

 

Die Zeit nach dem Kriegsende war von Diebereien, Vergewaltigungen, Erschießungen und Inhaftierungen geprägt. Hunger und Typhus kamen hinzu. Trotz alledem kehrte das Leben in den Ort zurück. Kapellen wurden gegründet und in den 3 Gaststätten im Ort wurde wieder getanzt.

Das alte Gutshaus wurde über mehrere Jahre zur Schule umgebaut, die alte Schule war zu klein geworden.

 

1954 begann gegen den Willen vieler freier Bauern die Kollektivierung der Landwirtschaft, 20 Jahre später wurden Tier- und Pflanzenproduktion selbständige Einheiten.

 

1988 entstand eine völlig neue, viergeschossige Schule mit angeschlossenem Heizhaus und einer separaten Turnhalle. Nach der Wiedervereinigung wurden die Straßen erneuert sowie neue Gehwege im Ort angelegt. Ein Ärztehaus etablierte sich mit einem Allgemeinmediziner, einer Zahnmedizinerin sowie einer Physiotherapie. Auch das Vereinsleben blühte wieder auf.

 

2003 wurde Schmachtenhagen, zusammen mit 7 weiteren Gemeinden, in die Stadt Oranienburg eingemeindet. Die alte Darre, die bis Anfang der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts als Gemeindebüro genutzt wurde, konnte nach jahrelangem Lehrstand von einem privaten Investor übernommen und wieder zu einem sehenswerten, historischen Gebäude im Ortskern restauriert werden.

 

Nach langwierigen Planungen wurde in 2011 ein Marken-Discounter (Netto) eröffnet. Die alte, 1796 gebaute Schmiede konnte nicht erhalten werden und wurde nach jahrelangem Leerstand 2018 abgerissen. Im gleichen Jahr fand die Grundsteinlegung für die neue KITA auf dem Schulcampus statt, die Platz für 125 Kinder haben wird.

 

Unser Schmachtenhagen entwickelt sich weiter und lädt Sie zu jeder Zeit zu einem Besuch ein.