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Spaziergang

Ausflugsziel Schmachtenhagen

Warum denn in die Ferne schweifen? Besuchen Sie doch mal unseren Ort in Ihrer Nähe, der einer Sage gemäß einmal „Schönhagen“ hieß! Eine durchreisende Prinzessin hat die Umbenennung vollzogen, nachdem ihr für die Löschung ihres fürchterlich fürstlichen Durstes anstelle verlangten Weines nur Wasser gereicht worden war.

 

Zu Fuß oder per Rad, biegen Sie bitte unweit des S-Bahnhofs Oranienburg in die Bernauer Straße (B 273) Richtung Osten ein, um unser über 660 Jahre zählendes Dorf mit inzwischen mehr als 2.500 Einwohnern zu erreichen. Nur etwa sechs Kilometer trennen es von der Stadt.

Abseits des Autoverkehrs, auf dem Rad/Fußweg, sehen Sie einige unrühmliche Stätten der Vergangenheit des Konzentrationslagers Sachsenhausen, erleben aber auch eine erfrischende Natur.

 

Gleich am Ende der eigentlichen Stadt, hinter der letzten Ampelanlage an der Mathias-Thesen-Straße, sehen Sie auf der linken Seite auffallend kompakt gebaute Villen, die schon zum ehemaligen Areal der SS des Konzentrationslagers gehörten.

 

Diesen Häusern folgt der heutige „Heinrich-Grüber-Platz“ mit einem in Baustil und Größe auffallenden Gebäude der Hitlerzeit. Hier arbeitete bis 1945 die Verwaltung „Inspektion der Konzentrationslager“, wo alle wichtigen Befehle und Anweisungen direkt vom „Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei“ Heinrich Himmler erteilt wurden. Weitere Informationen finden Sie auf einer Hinweistafel an der Straße.

 

Heute befinden sich in diesem Bau die „Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten“ mit Ausstellung und das „Finanzamt Oranienburg“.

 

Danach wandern Sie einen knappen Kilometer an den von Häftlingen gebauten SS-Wohnhäusern und dem SS-Haupttor vorüber, dem heutigen Zugang zur Fachhochschule der Polizei. Hinter diesen Gebäuden erstreckt sich das mehrere Hektar umfassende Areal des ehemaligen Konzentrationslagers.

 

Beachten Sie bitte auf der rechten Straßenseite nach etwa 100 Metern hinter den Altglas-Containern die alte „Königliche Försterei“ (zweites Gebäude) und etwa fünfhundert Meter weiter die „Gaststätte Waldhaus“ mit Pension. Sie war früher ein sog. Zollhaus und ist seit 1910 Besitz der Familie Zacke. Durch sie wurde das Haus eine einladende Gaststätte auch für Radler und Wanderer.

 

Nach dem Krieg erfolgten Inanspruchnahme durch „Rote Armee“ und „Nationale Volksarmee“ und erst nach der Wiedervereinigung die Instandsetzung und bauliche Erweiterung, diesmal durch die Familie des Sohnes Karl-Heinz Zacke. So konnte man auch, wie früher, bei geeigneter Witterung, wieder auf der Gartenterrasse am idyllischen Lehnitzsee ein zufriedener Gast sein oder mal eine der von der Gaststätte gebotenen Veranstaltungen besuchen. Seit Ende 2017 ist die Gaststätte geschlossen.

 

Noch vor Beginn der Rechtskurve fällt links eine Mauer auf, hinter der sich die „Internationale Jugend-Begegnungsstätte Andrzej Szczypiorski“ verbirgt. Szczypiorski, ein polnischer Schriftsteller (1924-2000), hatte am Warschauer Aufstand teilgenommen und wurde Häftling des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

 

Der heutige Jugendtreff war einmal die pompöse Villa des Kommandeurs der „1. SS-Totenkopfdivision“ Theodor Eicke, im Volksmund „Villa Eicke“ genannt.

 

Von der „Lehnitzbrücke“ aus, auf der Sie die „Havel-Oder-Wasserstraße“ überqueren, die bedeutende Wasserverbindung zwischen Berlin und Szczecin (damals Stettin), erblicken Sie links die „Lehnitz-Schleuse“ in Hubtor-Bauweise. Sie ermöglicht den Schiffsverkehr über eine Höhendifferenz von etwa 6 Metern zwischen dem oberen und dem unteren Wasserspiegel.

 

Auf der rechten Seite zeigt sich der beliebte, schon erwähnte Lehnitzsee in voller Schönheit mit seinen überwiegend lauschig bewachsenen Ufern.

 

Gleich links hinter der Brücke, vor dem Abzweig der Straße, die einmal zum „Klinkerwerk“ führte, befindet sich eine schon zu DDR-Zeit errichtete Gedenkstätte für die im Klinkerwerk umgekommenen Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

 

Hier können Sie auf einladender Bank eine kleine Wanderpause einlegen, um der geplagten Männer zu gedenken, die hier vorbeikamen, wenn sie in mehrgliedriger, langer Marschkolonne im Getrappel ihrer Holzsohlen vom Lager zum Klinkerwerk und abends wieder zurückmarschierten.

 

Anschließend wechseln Sie bitte die Straßenseite, gehen hinter der Bushaltestelle „Schleuse“ auf dem Rad/Fußweg weiter in Richtung unseres Ortes und überqueren bald die erst jüngst gebaute, neue Stintgrabenbrücke. Der Stintgraben (heute ohne Stinte) ist die Verbindung zwischen dem drei Meter höher gelegenen Grabowsee und dem Lehnitzsee.

 

Ab hier beginnt die „Gemarkung Schmachtenhagen“, zu der bereits auf der linken Seite das sogleich ins Blickfeld tretende Forst-Fachwerkhaus gehört. Im Wald gegenüber, in der Vergangenheit einmal ein Teil des 30 km umzäunten „Hofjagdreviers“, fand 1912 die letzte Treibjagd Kaiser Wilhelms des II. statt. Als einer seiner Staatsgäste erlegte auch Zar Nicolaus II. das vor die Flinten getriebene Wild.

 

Ab hier führt die Straße bis zu unserem Dorf durch einen reizvollen Buchenwald, der sowohl im Herbst mit dem Goldgelb seiner Blätter, als auch im Frühling mit seinem zarten Grün die Herzen der Naturfreunde erfreut.

 

An der zweiten Linkskurve, wo verschwommen schon unser Ortseingangsschild schimmert, weist ein Schild auf eine Stätte hin, die an unglaubliche Geschehnisse in den Nachkriegsjahren erinnert und mit dem Schreckensnamen Sachsenhausen verbunden ist: „Die Massengräber 1945-1950“ des sowjetischen Speziallagers im Schmachtenhagener Wald, deren Zahl der Opfer gemäß einer dort angebrachten Informationstafel mit etwa 3000 beziffert wird. Der Weg zum Gräberfeld ist an der Straße 273 durch ein Steinkreuz des Hohenbrucher Bildhauers Stephan Möller gekennzeichnet. An den umzäunten Ruhestätten finden Sie einen schweren Gedenkfindling mit der Inschrift: „Den Toten 1945-1950“.

 

Gehen Sie ab der Chaussee geradeaus, kommen Sie bald zu den „Drei Buchen“. Diese waren den Einwohnern der Schmachtenhagener Kolonie West schon vor langer Vergangenheit vertraut und sind heute ein eingetragenes „Naturdenkmal“.

 

In seiner Nähe rumpelte bis zum Kriegsende die mit Ton beladene „Klinkerbahn“ vorüber, morgens und abends mit Häftlingen in den Loren.

Somit wurde im zwanzigsten Jahrhundert das Umfeld der von den Vorvätern verehrten „Drei Buchen“ ein stummer Zeuge zweierlei grausigen Geschehens mit zweierlei Häftlingen von zweierlei totalitären Systemen.

 

Nachdem Sie das gelbe Ortseingangsschild passiert haben, erreichen Sie nach wenigen Schritten den traditionsreichen Gasthof Niegisch mit seinem gemütlich/altdeutschen Interieur der Gaststube. Geöffnet ist der Gasthof jeweils donnerstags ab ca. 15.30 Uhr.

 

Haben Sie sich hier zu reichlich gespeist und wollen nun gar nicht mehr laufen, können Sie an der Haltestelle direkt vor dem Gasthof mit dem Bus nach Oranienburg zurückfahren.

 

Vermutlich aber werden Sie sportlich zu Fuß weitergehen wollen, um bald links den Friedhof zu sehen. Danach stand bis 2018 die Ruine der 1794 erbauten „Alten Schmiede“ mit dem östlich daneben befindlichen Wohnhaus, welches ursprünglich in Fachwerkstruktur errichtet war. Eine Schautafel erinnert an die „Alte Schmiede“.

 

Hier befinden Sie sich bereits auf dem „Thälmannplatz“ mit der südlich im Hintergrund liegenden „Königlichen“ oder auch „Alten Darre“, einem historisch wertvollen Gebäude, einem Symbol unseres Dorfes. Aus Tannenzapfen und Kienäpfeln wurden hier einmal Samen für die Aufforstung der Wälder gewonnen. Es stand aus Kostengründen schon dem Untergang nahe, den zum Glück der Ortsbeirat und die heutige Inhaberin des „Friseursalons“ Rosa Kramer durch Kauf und Sanierung abwendeten.

 

Von der Darre aus sichtbar steht der für ein Dorf unverhältnismäßige Drei-Etagen-Wohnblock mit achtzehn Wohneinheiten. Er wurde im August 1965 fertiggestellt und wird gegenwärtig noch gern in Anspruch genommen.

 

Am „Thälmannplatz“ sind vier Straßen zu einer Kreuzung zusammengeführt, die früher einmal „Dorfecke“ oder auch nur „Ecke“ genannt wurde.

„Wir treffen uns an der Ecke“, hieß es dann, wo Rasenacks Lebensmittelgeschäft florierte und Wasserschulze aus der Kolonie West, einen Ziehgurt über der Schulter, schwitzend mit seinem Kastenwagen ankam. Der hatte auf Eis liegenden Frischfisch zum Verkauf geladen, wobei Frau Wasserschulze die Waage bediente und kassierte.

 

Hierher kam an heißen Sommertagen auch Mutter Schoenfeld mit ihrem bescheidenen Eiswagen getippelt. Sie wurde meist allzu schnell ihr mühsam gemixtes „Gelb“ und „Rot“ vor allem bei den Kindern los, weil eine Waffel ja nur zwei Groschen kostete.

 

Diese „Dorfecke“ ist der Ausgangspunkt A (siehe untenstehende Zeichnung „Dorfmitte“), von dem aus wir Sie jeweils in die anderen Ortsteile und zunächst in die „Schmachtenhagener Dorfstraße“ Richtung Kirche in den historischen Teil des Dorfes führen. Erst in jüngerer Zeit wurde das Kopfsteinpflaster durch Asphalt ersetzt und auf den ehemaligen „Sommerweg“ für Fuhrwerke verzichtet. Er verlief direkt neben der Straße. Auch die Pflasterung des Fuß-Radweges entstand in jüngerer Zeit. Die ihn westlich säumenden, älteren Rotdornbäume allerdings pflanzte schon vor mehr als hundert Jahren der Schmachtenhagener Verschönerungsverein. Ein Denkmal aus aufgetürmten Feldsteinen in Nähe der Bäkenbrücke in der Straße „Am Dorfanger“ erinnert an ihn.

 

Hier, im alten Teil des Dorfes, war vor der „Großraumwirtschaft“ eine echt bäuerliche Atmosphäre zu erleben: Hahnenschreie am Morgen, stuckernde Ackerwagen auf holprigem Kopfsteinpflaster, Gänsefamilien auch auf den Fußwegen, wo der Ganter aus waagerecht-langem Hals drohend zischte, Pferdegetrappel, Schweinegequiek und Eimerklappern hinter den Hoftoren sowie zeitiges Milchkannenscheppern an den Rampen neben der Straße.

 

Ein Teil prächtiger Häuser zeigt noch heute dörfliche Würde, erinnert an den Fleiß der Bauern und lässt erkennen, dass die früheren Ernten in der „Märkischen Streusandbüchse“ wohl doch gute Erträge gebracht haben müssen.

 

Nördlich, am Ende des Stegeweges, sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit der „Maschinenfabrik Schmachtenhagen GmbH“ schenken, die mit etwa fünfzig Arbeitskräften aus Schmachtenhagen und Umgebung seit langem als Zulieferer für die Siemens-Gasturbinenfertigung äußerste Präzisionsarbeit leistet.

 

Auf der Südspitze des Angers, dem einstigen „Bakenberg“ finden Sie das 1925 errichtete Kriegerdenkmal. Hier „buken“ die Bauern ihr Brot. Längst planiert, gehört der Backofen auf seinem Hügel zu den Erinnerungen. Nicht aber die prächtige „Bismarckeiche“, die anlässlich des 80. Geburtstages Otto von Bismarcks 1895 gepflanzt wurde und uns mit ihrem guten Wuchs noch heute erfreut.

 

Der „Eingang Stegeweg“ wird von zwei bedeutenden Gebäuden flankiert: Rechts die 1680 erbaute „Alte Försterei“, links, in modernem Putz glänzend, eines der damaligen zwei Hirtenhäuser des Ortes, die ehemalige Schlächterei Tauschwitz. Ein zweites Hirtenhaus ist die damalige Bäckerei Pfister, die bis vor wenigen Jahren der Reitshop Koffke war.Kinder-Spielplatz und die „Stätte der Begegnungen“ mit festen Tischen und Bänken - auch für müde Wanderer. Hier werden Osterfeuer angezündet und die Dorffeste gefeiert.

 

Diesem Platz gegenüber, im Ärztehaus, praktizieren derzeit ein Arzt für Allgemein-Medizin und eine Zahnärztin.

 

Zwei Reiterhöfe haben es gern, beachtet zu werden, der eine hier, in der „Schmachtenhagener Dorfstraße“, der andere, in der Straße „Am Dorfanger“. Letzterer erfüllt bei rechtzeitiger Anmeldung Ihren Wunsch nach Kremser- oder Kutschfahrten.

 

Im Dorf führen zwei Brücken über den durch die Eiszeit entstandenen Bach, die Bäke. Die Dorfstraßenbrücke trägt den Namen „Brücke am Elsenbusch“, übersetzt Erlenbusch, nach einem in ihrer Nähe in der Chronik näher beschriebenen Sumpfgebiet. Die „Brücke Alter Krug“ heißt die Bäkenbrücke der Straße „Am Dorfanger“. Ihr Name soll die Erinnerung an die historische Gaststätte „Alter Krug“ wachhalten, die schon 1624 erwähnt und 2004 wegen baulicher Mängel abgerissen wurde.

 

Nach Passieren der nicht zu übersehenden Bushaltestelle und der „Brücke am Elsenbusch“ können Sie neben der im Dezember 1877 geweihten Kirche die 1850 erbaute „Alte Schule“ sehen, die nach nördlichem Anbau die „Kita Bäkestrolche“ geworden ist und dadurch die Möglichkeit auf Erteilung des Denkmalschutzes verloren hat.

 

Der Alten Schule gegenüber, in hervorragendem Gewande, doch nach der kostspieligen Rekonstruktion dem Dörflichen entfremdet, zeigt sich das ehemals alte Gutsgebäude mit einem angebauten modernen Feuerwehrdepot. Das Haus dient jetzt verschiedenen Nutzern und auch unserem Heimatverein.

 

Daneben wurden ehemalige Stallungen und die „Remise“ des Gutshofes zu attraktiven Schulräumen aufgewertet. Schließlich soll die im Hintergrund erbaute rote „Plattenschule“ nicht unerwähnt bleiben, weil durch ihren Bau mit Turnhalle 1988 ein schon während des Krieges gehegter Wunsch von Eltern und Lehrern erfüllt worden war. Auf Wunsch der Einwohner, wurde sie in das von der Stadt Oranienburg ermöglichte millionenschwere Rekonstruktionsvorhaben einbezogen.

 

Am Nordende des Angers, noch auf dem Kita-Gelände, erhebt sich die nach den Befreiungskriegen gepflanzte, mit einem Feldstein gekennzeichnete, „Friedenseiche 1815“.

 

Danach haben Sie jene Kreuzung erreicht, an der es a) Richtung Osten nach Zehlendorf und zum „Oberhavel-Bauernmarkt“ und  b)  Richtung Westen in den „Malzer Weg“ hineingeht.

 

a) Der weithin bekannte „Oberhavel-Bauernmarkt“ ist für viele Besucher, besonders für Berliner, ein Wochenend-Magnet geworden.

Verkaufsstände vieler Branchen mit verschiedensten Angeboten an Kleidung, Schuhen, Lebensmitteln und vielem anderen ergänzen das Lebensmittelangebot. Der Markt wird gut besucht, besonders zu den unterhaltsamen Veranstaltungen an Feiertagen und Wochenenden, vielmals auch speziell für Kinder.

 

b) Direkt hinter der Kreuzung gleich links, führt Sie ein kleines, ausgeschildertes Gässchen zum Sportplatz des „SVB Schmachtenhagen-Bernöwe“.

 

Und den „Malzer Weg“ entlang erreichen Sie nach knapp einem Kilometer die beschilderten Abzweigungen zum idyllischen Grabowsee, zum Ortsteil Bernöwe und zur nördlichen Siedlung des Dorfes am „Upstallweg“. An letzterem wurde in ferner Vergangenheit in bedrohlichen Situationen auf einer Weide das Bauernvieh „ausgelagert“ und konnte auch vor den Feinden im nahen Wald versteckt werden.

Die vier Kilometer lange Asphaltstraße durch Kiefern- und Laubwälder zum Ortsteil Bernöwe überfordert zumeist die Kraft der Gelegenheitswanderer und sind besser mit dem Auto oder per Fahrrad zu bewältigen.

 

Bernöwe ist ein am Oder-Havel-Kanal gelegener ehemaliger Schifferort mit waldreichem Umfeld, der besonders im Sommer durch angesiedelte Bungalowbesitzer ein Vielfaches seiner Einwohnerzahl erreicht. Hier einzukehren ermöglicht die Gaststätte am Hechtweg „Zum Flößer Schenke“.

Der Spaziergang in den Norden Schmachtenhagens hat hier sein Ende gefunden und Sie kehren zur „Dorfecke“ A) zurück.

 

Hier erreichen Sie über den historischen, jetzt asphaltierten Mühlenweg, der ehemals zur Sachsenhausener Mühle führte, die Kolonie West, deren Besiedlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann und vor dem letzten Krieg zum großen Teil aus Berliner Wochenendgrundstücken bestand.

 

Heute sind es neben modernen Gebäuden nur noch wenige, die sich aus Staketen und Schmachtenhagener Lehm oder aus Brettern zeigen.

Zur heute modernisierten Siedlung gehören die nach der Wende errichteten Häuser unterschiedlichsten Baustiles am Bäkeweg, sowie viele in der ganzen Siedlung verstreut entstandene, moderne Bauten, durch welche nach der Wiedervereinigung das Bild der einst verschlafenen Kolonie verändert und den Bewohnern ein turbulenteres Leben gebracht wurde.

 

Zu A), der Dorfecke zurückgekehrt, führen wir Sie Richtung Süden zur Wensickendorfer Chaussee, der B 273. Beiderseits befinden sich überwiegend Häuser, die ebenfalls zu Beginn des 20. Jahrhunderts sozusagen als „Neu-Schmachtenhagen“ entstanden sind. Neben gewerblichen Unternehmern finden Sie hier einen Döner-Laden sowie an der Linkskurve kurz vor dem Dorfausgang rechts die ehemalige „Land-Gaststätte R & M“ mit Pension, welche sich derzeit im Umbau zur Tagespflege befindet. Direkt vor ihr zweigt rechts eine Straße ab, a) genannt, auf die später zurückgekommen wird.

 

Hinter der ehemaligen Gaststätte, auf dem Wege nach Wensickendorf, hat sich eine „Gärtnerei mit Landschaftsgestaltung“ niedergelassen, die auch ein reiches Blumensortiment anbietet.

 

Nach etwa 2 Kilometern geradeaus erreichen Sie die Kolonie Ost. Sie zeigt neben Häusern im „Bauhausstil“ und einem Gemisch älterer mit moderneren Bauten auch eine in unserer Zeit erweiterte moderne „Caritas-Wohneinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung“. Zur DDR-Zeit war dieses aus russischem Besitz stammende Haus ein Erholungsheim für werdende Mütter und unter dem Namen „Valentinenhof“ bekannt.

Der Straßenabzweig „Steinpilzweg“, der bereits mit a) angekündigt wurde, führt nach etwa 150 Metern zum „Berliner Weg“. Ihn entlang tippelten einst die Handwerker zur Arbeit und fuhren die Bauern mit Pferdefuhrwerken aus verschiedensten Anlässen ins 35 km entfernte Berlin.

 

Auch können Sie über ihn eine weitere Kfz-Werkstatt und die schon erwähnte, weit ausgedehnte Kolonie Ost erreichen. Am Eingang dieses Steinpilzweges finden Sie rechts eine Reihe Holzhäuser gleichen Baustiles, im Volksmund „Holzhausen“ genannt. Die kleine Ansiedung wurde von der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft für dort beschäftigte Arbeitskräfte gebaut.

 

Über Schlängelwege erreichen Sie die „Kolonie Marx“ und nach ihr die „Siedlung Süd“. Beide sind ohne Besonderheiten, und hier ist der mehr als sportliche Spaziergang beendet.

 

Um alles das zu sehen, fahren Sie wohl doch lieber mit dem Auto, dem Fahrrad oder die Teilstrecke ab „Schleuse“ per Bus. Der Heimatverein wünscht Ihnen für den Ausflug nach „Schön-Schmachtenhagen“, vielleicht auch mal zu einem Osterfeuer oder einem Dorffest auf dem Anger, alles Gute.